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Es geht um mehr als um Honig - ÖDP lud Moosburger zu Film und Expertenrunde über die Biene

Die ÖDP-Kandidaten Dr. Reinhold Reck (Bundestag) und Jörg Kästl (Landtag) luden ein in das Moosburger Rosenhof-Kino. Thema des Abends auf der Leinwand und bei der anschließenden Diskussionsrunde mit Experten war das Naturwunder Biene.

Warum sterben die Bienen? Und was bedeutet das für den Menschen? Mit diesen Fragen befasst sich Markus Imhoof in seinem Dokumentarfilm "More than honey". Er thematisiert ebenso die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt und die damit unvereinbare Gier nach stetigem Wachstum. Nicht zuletzt zeigt er einen Natur mit wundersamer Kraft, die diesem vielleicht doch noch etwas entgegenzusetzen weiß. Auf der einen Seite wird der Imker beschrieben, der die Natur und die Bienen achtet und auf der anderen Seite der Industrie-"Imker", dem dieses Geschöpf völlig egal ist, solange er immer mehr Geld damit verdienen kann z.B. bei der Mandelblüte in Kalifornien. Vor etwa 40 Zuschauern machten die Experten ihre Erfahrungen und Forderungen deutlich.

Josef Birgmeier, der Vorsitzende des Moosburger Imkervereins, stellte unmissverständlich klar, dass die Biene und die Imker jede Unterstützung brauchen, sei es im Landkreis, in Bayern oder Europa. Bei der immens wichtigen Bestäubungsfunktion der Biene für die gesamte Nahrungsmittelproduktion und bei dem verantwortungsvollen Umgang der bayerischen Imker mit der Biene, muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Imker auf allen politischen Ebenen unterstützt und geschützt werden.

Der Bio-Landwirt Ludwig Maier betonte, dass ein zeitlich befristetes Verbot der drei hoch bienengefährlichen Pestizid-Wirkstoffe nur ein erster wichtiger gemeinschaftlicher Schritt sein könne, dem weitere folgen müssen, um Bienen besser vor den negativen Auswirkungen von Pestiziden zu schützen. Maier wies darauf hin, dass es vor dem Hintergrund der besonderen Empfindlichkeit von Wildbienen, ihrer Gefährdung und ihrer gerade wieder bestätigten großen Bestäubungs- und somit Ökosystemleistung wichtig ist, Wildbienen und Hummeln mit einzuschließen.

"Die Nutzung von Gentechnik zur Erzeugung von Nahrungsmitteln verletzt die Menschenrechte von Konsumenten, Imkern und Landwirten," sagte Christiane Lüst. Sie verwies auf den internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, den Deutschland zusammen mit rund 150 weiteren Ländern ratifiziert hat. Dieser Pakt regelt u. a. die Rechte auf Nahrung, auf Selbstbestimmung der Völker, auf Gesundheit und auf Freiheit der Wissenschaft und Forschung. Trotz scheinbar restriktiver gesetzlicher Vorgaben öffnet Deutschland der Gentechnik große Hintertüren: "Durch die Freilandforschung kommen jedes Jahr neue Gentechnik-Pollen in Umlauf, die nicht rückholbar sind. Bienen haben etwa einen Einzugsradius von 6 Kilometern, damit sind alle Sicherheitsabstände eine Farce," so Lüst.

Der Obstbauer Wilfried Ringenberg aus Freising verwies auf eine verantwortungsvolle regionale Landwirtschaft. Dazu zählt auch der kontrollierte Anbau und ein "Spritzen nur dort wo es sein muss". Er appellierte bei allen Beteiligten an die Verantwortung und an die Achtung der Natur und der Bienen.

Der ÖDP-Landtagskandidat Jörg Kästl aus Moosburg forderte ein Verbot der bienengefährlichen Pestizide insbesondere der Neonikotinoide. "Ein konsequentes Verbot dieser Nervengifte sei überfällig, weil mittlerweile nachgewiesen werden konnte, dass diese Substanzen den Orientierungssinn der Bienen schädigen". Wenn die ÖDP in den Landtag bzw. Bundestag einzieht, werden wir uns für die bayerischen Imker mit ihren Bienen einsetzen und dafür sorgen, dass der Freistaat Bayern gentechnikfrei wird", so Reck und Kästl abschließend.


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