Leserbrief zum Beitrag "Kirchbergers Woche: Alles braucht seine Zeit" in der Freisinger SZ vom 5./6. Oktober 2019

Herr Kirchberger schreibt in seiner Kolumne über die Korbinians-Kreuzung und stellt dabei die Frage, ob ein fahrradfreundlicher Umbau an dieser Stelle "lobenswert" sei, zumal dort "jetzt kaum Radfahrer unterwegs" seien.

Darauf muss man klar antworten: Ja, natürlich muss diese Kreuzung endlich fahrrad-tauglichumgebaut werden! Sie ist - mit dem sich anschließenden Radstreifen über die Hochtrasse - tatsächlich eine zentrale Rad-Verbindung zwischen der Nord-Stadt, Neustift, Lerchenfeld und dem Zentrum. Gleichzeitig aber auch die wohl Gefährlichste im gesamten Stadtgebiet (weshalb sie vielfach gemieden wird). Zu viele Radlerinnen und Radler sind an dieser Kreuzung schon zu Schaden gekommen, einige sogar lebenslänglich. Wer dies nicht glaubt, dem empfehle ich einen Selbstversuch: zuerst von einem überbreiten SUV "rücksichtsvoll" angehupt, wird man anschließend derart geschnitten, dass eine Notbremsung mit Flucht auf den schmalen Gehweg die einzige Überlebens-Chance ist.

Außerdem: Nicht vier sondern fünf Fahrspuren stehen an dieser Kreuzung dem motorisierten KFZVerkehr momentan zur Verfügung, während die Fußwege teilweise so schmal sind, dass nicht einmal zwei Kinderwägen aneinander vorbei kommen. Wenn der Freising Stadtrat nun mit überwältigender Mehrheit den Umbau zugunsten schwächerer Verkehrsteilnehmer beschlossen hat, dann verbleiben auch zukünftig immer noch zwei KFZ-Fahrspuren pro Richtung - mehr als genug.

Und schließlich wird es höchste Zeit, auch in Freising eine Verkehrswende - im Einklang den Zielen des Klimaschutzes - einzuleiten. Dazu gehört, vermeidbaren KFZ-Verkehr aus dem Zentrum zuvergrämen und dieses wieder den in der Stadt lebenden Menschen zurückzugeben.

Ulrich Vogl,

ödp im Freising Stadtrat


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