Biomassetransporte zwischen Anglberg und Garching

Leserbrief vom 21.2.2008

Zur Zeit fahren bis zu 38 LKWs nach Anglberg und wieder zurück nach Garching, das entspricht 76 LKW-Fahrten pro Tag durch die entsprechenden Landkreisgemeinden. Natürlich ist es gut, wenn Gespräche geführt werden, um die Holzhackschnitzel, die zwischen Garching und Anglberg mit LKWs transportiert werden, auf die Schiene zu bringen.

Schon heute steht fest, dass die Firma AR-Recycling sehr bald den eigenen Bahnanschluss bauen wird, weil aus wirtschaftlichen Erwägungen bereits klar ist, dass dieser Biomasse-Logistiker nicht auf den Bahnanschluss für das Kraftwerk Anglberg warten muss, damit die Schienenanbindung gerade für AR-Recycling in Garching Sinn macht. Somit wären die Transporte nach Anglberg durch eine mögliche Vernetzung auf jeden Fall günstiger. Die Waggontechnik ist mittlerweile soweit, dass neue technische Möglichkeiten dringend geprüft werden müssen.

Allerdings ist auch klar, dass das Biomassekraftwerk in Anglberg für den LKW-Transport gebaut wurde. eon und AR-Recycling werden noch einmal Geld investieren müssen, um eine automatisierte Be- und Entladung möglich zu machen. Ideal wäre es natürlich, mit dem Hackschnitzelwaggon bis in die Entladehalle des Kraftwerks fahren zu können. Dann könnten die Transporte weit kostengünstiger abgewickelt werden, als es bis heute kalkuliert ist.

Jetzt brauchen wir dringend einen Umweltgipfel, bei dem alle Beteiligten an einem Tisch sitzen. Dazu gehören: eon-Vertreter aus Anglberg, eon-Vertreter aus Hannover, Daniel Klotz von AR-Recycling, Herr Obermeier und weitere verantwortliche Vertreter der Deutschen Bahn AG, Mitglieder der IFEUKA, die Bürgermeister aus Haag, Langenbach, Marzling, Freising, Neufahrn, Eching, Vertreter der Kreistagsfraktionen und Vertreter der lokalen Agenda 21-Arbeitskreise. Auch die Einladung an private Bahnlogistiker, Waggonhersteller und weitere Spezialisten aus dem Bereich Bahntransport z.B. aus Österreich, die schon Erfahrungen mit Hackschnitzeltransporten haben, kann Sinn machen. Nur auf diesem Weg, mit Experten, wirtschaftlich Verantwortlichen und politisch Verantwortlichen ist es möglich, das gemeinsame Ziel, d.h. den Beginn von Schienentransporten noch in diesem Jahr, zu verwirklichen. Unter Umständen ist es hierbei sogar erforderlich, verschiedene Arbeitsgruppen einzurichten.

Insgesamt muss das gemeinsame (Zeit-) Ziel konkret bestimmt werden. Der amtierende Landrat Manfred Pointner hat sich bereit erklärt, diesen Umweltgipfel noch in seiner Amtszeit, wenn irgendwie möglich, durchzuführen.

Nun gilt es, gemeinsam alle Anstrengungen zu bündeln, und nicht wie Herr Riemensberger, einseitige Gespräche zum vermeintlichen Wohle der Gemeinde Eching zu führen. Die von Herrn Riemensberger angestrebte Verlagerung der LKWs auf die Autobahn wäre gar kein Erfolg, da die schädlichen Emissionen nur einen Katzensprung vom Echinger Gemeindezentrum entfernt ausgestoßen würden. Außerdem ist der LKW-Transport auf der Straße deutlich klimaschädlicher als der ökologisch viel sinnvollere Schienentransport.

Diese Insellösung brächte die Landkreisgemeinden auch nicht weiter. Ganz im Gegenteil, die Bestrebungen, diesen einen Zug pro Tag auf der Schiene verkehren zu lassen, würden torpediert werden. Tatsache ist, nach Auskunft der Firma AR-Recycling, dass es keinerlei Verträge zur Umfahrung Echings oder Neufahrns gibt.

So nicht, Herr Riemensberger; kommen Sie gemeinsam mit allen Beteiligten an einen Tisch und lassen Sie uns gemeinsam das Ziel, den Beginn der Schienentransporte noch im Jahre 2008, verwirklichen! Schlussendlich stellt sich noch die Frage, warum Herr Riemensberger nicht auf den Brief der ödp zu einer Unterstützung des Schienentransports reagiert hat. Gab es da vielleicht Probleme mit der Postzustellung?

Jörg Kästl
ödp-Kreisrat

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