Sinnvolle und fragwürdige Maßnahmen gegen Staus im Stadtgebiet

Leserbrief von Ulrich Vogl vom 16. Januar 2011
Antwort auf den Leserbrief von Elisabeth Maier im FT vom 13. Januar.

Frau Maier liegt mit Ihrem Leserbrief in vielen Dingen richtig: Der tägliche Autoverkehr rund um die Karlwirtkreuzung ist ­ insbesondere in den Stoßzeiten ­ ein Ärgernis und: Mehr Verkehr als heute bereits vorhanden, können Johannis- und Saarstraße praktisch nicht mehr bewältigen ­ das hat schon vor einiger Zeit ein renommierter Verkehrsgutachter so bestätigt. Allerdings ist dies nicht die einzige und bei weitem nicht die schlimmste Problemstelle in Freising: Die Kreuzungen der Isar-Straße mit der Ismaninger-Straße, mit der Luitpold-Straße (P&RParkplatz) bis hin zur Korbinianskreuzung liegen vom zu bewältigenden Verkehrsaufkommen nochmals gut 20 bis 30% über der Karlwirt-Kreuzung und der Johannisstraße. Ich fahre selbst des öfteren in der Rush-Hour über die

Karlwirtkreuzung bis zur Münchner Straße aber ­ mehr als 5-10 Minuten habe ich hierfür auch im schlimmsten Stau nicht benötigt. Anders sieht es bei der Isar-Straße aus. Hier verharrt man problemlos auch mal deutlich mehr als 10 Minuten, das ist leider einer traurige Tatsache.

Nicht die ödp, sondern von der Stadt beauftragte Verkehrsplaner haben deshalb den Vorschlag einer Entlastungsunterführung am westlichen Bahnhofsareal, beginnend an der B11, in der Verlängerung der Anger-Straße, über den P&R-Parkplatz bis zur Kreuzung Ismaninger/Erdinger-Straße ins Spiel gebracht. Der Quell- und Zielverkehr aus dem Freisinger Westen ("Parkkaufviertel" mit Teilen Vöttings und Weihenstephans) kann damit deutlich besser mit dem P&R-Parkplatz und Lerchenfeld verbunden werden: Johannis-Straße, Karlwirt-Kreuzung, Wippenhauser-Straße, Kammergasse, Korbinianskreuzung und natürlich die Isar-Straße profitieren davon - insbesondere in den Stoßzeiten - durch weniger Verkehr und nicht, wie von Frau Maier suggeriert, durch eine Mehrung!

Andererseits bringt die von Frau Maier stark priorisierte Westtangente in der heute zur Umsetzung angedachten Variante leider keine vernünftige Entlastung für die Innenstadt. Mit dem Wegfall der Anbindungen Gartenstraße und Giggenhauser-Straße ist selbst der marginale, in den offiziellen Gutachten der Stadt prognostizierte Entlastungseffekt gänzlich in Frage gestellt. Eine reine Fernverkehrs-Stichstraße eben, mangels Orts-Erschließungs-Funktion ohne direkten und mangels einer Entlastung der Innenstadt auch ohne indirekten Nutzen für die Freisinger Bevölkerung. Natürlich kann man all dies in Zweifel ziehen und weiter an das Märchen einer die Innenstadt entlastenden Westtangente glauben. Aber: Wenn die Prognosen stimmen, dann ist die Westtangente eine klassische Fehlplanung und die dafür voraussichtlich notwendige Investitionssumme von etwa 100 Mio. EUR (davon mehr als die Hälfte für Stadt und Landkreis) nie und nimmer zu rechtfertigen.

Ulrich Vogl
Kreisvorsitzender ödp

Homepage der Initiative für einen Bürgerentscheid zur Westtangente
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