Aufwendungen zur Sanierung des Marcushaus-Komplexes

Antwort vom 9.3.2009
zum Leserbrief von Harald Strobl im Freisinger Tagblatt vom 9.3.2009

Sehr geehrter Herr Strobl,

sie monieren in Ihrem Leserbrief die Kostensteigerung für die Sanierung des Marcushaus-Komplexes. Und das zurecht, weil 1,3 Millionen Euro Mehrkosten nicht nur in Zeiten knapper Stadtfinanzen wirklich schmerzhaft sind. Und auch Ihre Kritik an der Einzelmeinung einer Stadtratskollegin, diese Kostensteigerung sei "von vornherein klar gewesen", kann ich verstehen. Denn dies darf nicht die Regel sein und ist es auch nicht, wie man in der Vergangenheit leicht anhand vieler, vom städtischen Hochbauamt verantworteter Projekte belegen kann. Dennoch möchte ich zu Ihrem Schreiben ein paar Dinge anmerken:

1. Zweifel an der Erhöhung der Baukosten ­ wie von Ihnen und zwei Stadtratskollegen geäußert ­ wären dann berechtigt, wenn die Detail-Analyse Fehler bei der Planung, der Kostenschätzung, oder der Ausschreibung ergeben hätte. Dies war aber nicht der Fall. Bei meinen vorab mit dem Hochbauamt durchgeführten Gesprächen ­- wir gingen in einem mehrstündigen Termin Position für Position durch ­- zeigte sich, dass den verantwortlichen Planern diesbezüglich keinerlei Vorwürfe zu machen sind: Versteckte Altlasten und archäologische Funde im Boden, unerwartete Grundwassereinbrüche sowie punktuell nicht tragfähige Torf-Flöze lassen sich nämlich ­- das habe ich verstanden - trotz intensiv durchgeführter Vorab-Untersuchungen ebenso wenig treffsicher vorhersagen, wie eine historische Holztäfelungs-Decke, die ­ zweifach (!) abgehängt - sicher versteckt nach mehreren Jahrhunderten wieder in Vorschein tritt.

2. Im übrigen ist es gut, wenn Projekte ­ wie in diesem Fall - nicht von vorne herein mit üppigen Puffern, sondern mit "spitzem Bleistift" geplant werden, und nachträgliche Mehrkosten dafür im begründeten Einzelfall vom Stadtrat zu genehmigen sind: Dies führt in Summe zu einem sparsameren Umgang mit den Steuergeldern.

3. Schließlich möchte ich keinen Hehl daraus machen, dass ich zu jenen Stadtratsmitgliedern gehöre, die die Sanierung der städtischen Liegenschaften seit mehr als einem Jahrzehnt regelmäßig und vehement eingefordert haben. Im Falle des Marcushauses gibt es keine Alternative zu einer Denkmal-gerechten Sanierung. Gut, dass diese Sache jetzt endlich in Angriff genommen wurde! Natürlich nicht zum Nulltarif ­ verglichen mit den 'zig Millionen Euro für den Straßenbau, die wir uns Jahr für Jahr leisten, aber durchaus noch im erträglichen Bereich.

Ulrich Vogl
Finanz- und Liegenschaftsreferent des Freisinger Stadtrates

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