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Leserbrief "Knotenpunkt Isarbrücke"

Zum Artikel „Breitere Isarbrücke in der Diskussion“ in der SZ vom 13. Nov. 2020

Der Straßenbau von Mega-Projekten im Stadtgebiet und der damit verbundene Eingriff in die Natur soll offenbar ungebremst weiter gehen – Ende nicht in Sicht. Nachdem mit der Westtangente bereits das Freisinger Moos stark in Mitleidenschaft gezogen wurde sind mit der Fortführung des Mammutprojekts nun auch noch die Isarauen dran.

Dabei basiert der berechnete Bedarf der Weiterführung  auf veralteten Prognosen, welche vor Covid-19 sowie mit einer dritter Startbahn gerechnet wurden. Dass diese kommt, ist heute zum Glück fragwürdiger denn je. Zudem wird vermehrte Home-Office-Tätigkeit auch längerfristig zu deutlich weniger Pendler-Verkehr führen.

Scheinbare Verbesserungen für den Radverkehr sind hingegen Augenwischerei, da der lange Umweg über die weit außerhalb gelegene Isarbrücke zu unattraktiv ist. Sinnvoll ist – das zeigt ein Blick auf den Stadtplan zweifelsfrei – nur ein Isarsteg, der mittig zwischen Korbinianbrücke und besagter Außen-Isarbrücke verläuft: Der verkürzt die Fußgänger- und Radfahrer-Distanz zwischen Lerchenfeld und dem Schlüterareal um 2 km und ist damit gleichzeitig ein wichtiges Bindeglied für einen Fahrrad-Südlink zwischen Lerchenfeld und Vötting/Weihenstephan. Paradoxer Weise wird dieser Minimal-Eingriff in das FFH-Gebiet Isar-Auen von den städtischen Planern kritisch gesehen. Die Kahlschlag-Aktion einer 4-spurigen Westtangenten-Fortführung mit ihrer massiven Vernichtung  von wertvollem FFH-Gebiet hingegen offenbar nicht.

Auch finanziell betrachtet kann man sich aufgrund der angespannten Haushaltslage nur wundern: Millionenschwere Straßenbauprojekte - wie dieses - werden von einer knappen Stadtratsmehrheit auch in Corona-Zeiten immer noch durchgewunken, viele wichtige – vergleichsweise kostengünstige - Fahrrad-Maßnahmen hingegen auf „hold“ gesetzt. 


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