Prioritäten endlich richtig setzen

Leserbrief zum Artikel „Schluss mit dem Flickwerk“ in der Freisinger SZ vom 29.6.2019

Die Idee, einen runden Tisch zum Thema Busverkehr in der Stadt Freising einzurichten, an dem alle Interessenträger öffentlich diskutieren und Veränderungswünsche formulieren können, ist begrüßenswert. Denn, obwohl der ÖPNV im Stadtgebiet schon ein passables Niveau hat, Verbesserungen im Sinne von Taktverdichtungen und der Einrichtung neuer Linien und Haltestellen sind möglich und im Zuge des Klimawandels auch notwendig.

Aber reicht es dabei, sich auf das Stadtgebiet zu beschränken? Nein, natürlich nicht, denn Freisinger Bürgerinnen und Bürger sind eh schon zu einem außerordentlich hohem Anteil klimaverträglich unterwegs. Im Umland sieht es jedoch mangels eines auch nur ansatzweise geeigneten Bussystems ganz anders aus. Zwei, drei Verbindungen am Tag, am Wochenende noch weniger, das ist insbesondere im nördlichen Teil unseres Landkreises der Normalfall.

Wo bleibt der runde Tisch hierfür? Wer den insbesondere in den Morgen- und Abendstunden erdrückenden motorisierten Individualverkehr in unserem Stadtgebiet in den Griff bekommen will, muss sich zu Aller erst damit beschäftigen: Nämlich, alle größeren Ortschaften unseres Landkreises ganztägig im Stundentakt, zu den Berufsverkehrszeiten sogar halbstündlich, mittels Expressbuslinien an die Zentren und Knotenpunkte anzubinden.

Eine Studie aus 2014 hat gezeigt, das dies möglich und finanzierbar ist. Man müsste halt nur endlich die richtigen Prioritäten setzen. Für die „Never-Ending-Story“ Freisinger Westtagente geben Landkreis und  Stadt Freising zwischenzeitlich über 40 Mio. € aus. Geld, mit dem man ein Landkreis-Bussystem der Extraklasse wohl zwei Dekaden durchfinanziert hätte.

Ulrich Vogl, Kreisvorsitzender der ödp
Monika Hobmair, Sprecherin ödp im Freisinger Stadtrat


Die ÖDP Freising verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen