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Abschied vom Internationalen "Groß-Drehkreuz" rückt näher.

Freising ­- Mit Erleichterung haben die ödp-Aktivisten im Kreis Freising die Nachricht aufgenommen, dass die EU-Kommission die Übernahme der einstigen österreichischen StaatsAirline durch eine "große deutsche Fluggesellschaft" nun endgültig genehmigt habe. "Definitiv eine gute Nachricht für unseren Landkreis und die gesamte Flughafenregion!",so der stellvertretende Kreisvorsitzende der Ökodemokraten, Martin Bauer. Denn damit dürfte sich das Ziel der Münchner Flughafenmanager, den Airport mit dem Bau einer dritten Start- und Landebahn zum Internationalen Groß-Drehkreuz zu machen, endgültig in "Schall und Rauch" aufgelöst haben.

Viele Indizien hätten bereits während der letzten Jahre darauf hin gedeutet, dass die "von unrealistischen Wachstums-Prognosen getriebenen" Pläne der

Startbahn-3-Protagonisten schon bald der Vergangenheit angehörten: So werde der derzeit zu beobachtende nachhaltige Einbruch der Luftfahrtbranche ab 2011 durch eine weitere "klimaschützende Maßnahme" flankiert; ab dann nämlich gelte, so Bauer, der internationalen Emissionshandel auch für den Flugverkehr.

Aber vor allem die im Umbruch befindliche Geschäftsstrategie "einer großen deutschen Fluggesellschaft" deutet Bauers Worten zufolge auf eine baldige "Entlastung" von München in seiner Drehkreuz-Funktion hin. Während man hier noch Anfang dieses Jahrzehnts von einem "neuen Umsteigeflughafen für halb Europa schwärmte", sei dieser Trend nun offenbar vorbei. Fernziele würden verstärkt dezentral (z.B. von Düsseldorf oder zukünftig Berlin aus) bedient und mit Zürich sei 2007 ein neuer Umsteigeknoten Richtung Süden ins deutsche Netz integriert worden.

Wenn jetzt zusätzlich Wien zum strategischen Umsteigeflughafen "Ost" aufsteige, läge München bald in der bedeutungslosen Mitte eines neuen

Dreiecks Frankfurt-Wien-Zürich, erklärt Bauer, will seine Äußerungen jedoch keinesfalls als "St.-Florians-Politik" verstanden wissen. Bauer wörtlich: "Es ist nur fair und der Sache dienlich, wenn das notwendige Minimum an Flugverkehr möglichst dezentral, also am besten dort stattfindet, wo auch das Fluggastaufkommen liegt und da hat Wien für den österreichischen Raum klar die Nase vorn!"

Alles Gründe, so Bauer, warum seriöse Analysten selbst mittelfristig keinen Cent mehr auf das Wachstum eines Drehkreuzes München setzen würden. Der "Moos-Airport" werde schon bald die Rolle einnehmen, für die er eigentlich geschaffen wurde: Ein Flughafen für die Landeshauptstadt und das südliche Bayern; nicht mehr und nicht weniger.

Doch gerade darin bestehe Bauers Worten zufolge gleich eine mehrfache Chance: Während die Flughafeneigner die Jahrzehnte andauernde Verschleuderung von Steuergeldern im "Milliardengrab Erdinger Moos" ein für alle mal beenden könnten, hätten die Flughafenmanager die Möglichkeit, ihrer Verantwortung erstmals wirklich gerecht zu werden: Denn "die Darstellung eines mit den Klimaschutzzielen, der Gesundheit der Bevölkerung und der Menschenwürde der Mitarbeiter im Einklang befindlichen Flughafenbetriebes ist eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe", mein Martin Bauer und spielt damit indirekt auch auf das Lohn-Dumping-Problem an. "Ich bin gespannt, wie lange wir noch darauf warten müssen!", so der engagierte Öko-Aktivist.

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