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Ärger über den Umgang der Stadtratsmehrheit mit Rad- und Fußgängern

Verärgert äußerten sich die drei Freisinger ödp-Stadträte nach dem ernüchternden Verlauf der letzten Planungsausschuss-Sitzung in Sachen "Radlstadt Freising". Denn die von engagierten Freisinger Bürgerinnen und Bürgern vorgeschlagenen Verbesserungen für den Radverkehr wurden allesamt abgelehnt oder "mittels einem runden Tisch auf den St-Nimmerleins-Tag verschoben", wie es ödp-Planungsausschussmitglied Helmut Priller jetzt bezeichnete.

Dieser zeigte sich insbesondere darüber verwundert, wie die ­ durchweg berechtigten - Interessen der Freisinger Fahrradfahrer "von manchem Stadtrats-Kollegen" weiterhin schlichtweg ignoriert würden. Offenbar fehle hier die Erkenntnis, dass Freising bezogen auf Sicherheit, Qualität und Anzahl der Radwege immer noch "gewaltigen Entwicklungs-Bedarf" habe. Priller wörtlich: "Jede Kleinstadt in Thüringen oder Sachsen hat zwischenzeitlich mehr, bessere und sicherere Radwege als Freising." Dies sei einer Schul- und Universitäts-Stadt unwürdig.

Auch Prillers ödp-Stadtratskollegen Monika Hobmair und Ulrich Vogl geben sich irritiert: "Äußerungen, man könne den Fahrad- und Fußgänger-Verkehr nicht priorisieren, denn der Verkehr müsse laufen, die Wirtschaft funktionieren!" dürften so nicht stehen bleiben. Schließlich gehe es bei der angestrebten Priorisierung in erster Linie um mehr Sicherheit für tausende Freisinger Radfahrer ­ darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Völlig klar, dass Gesundheit und körperliche Unversehrtheit von Verkehrsteilnehmern Vorrang vor allen anderen Zielen haben müssen. "Da gibt es eigentlich nichts zu diskutieren", so Frau Hobmair.

Vogl wird noch konkreter: Mit einer derart autoverkehrs-zentrierten Denke käme man hier nicht weiter. Denn schließlich lebe man ja nicht mehr in den 1970-er Jahren. Vielmehr sei es jetzt erforderlich, dass alle Stadtratskollegen endlich zu engagierten Fürsprechern für die schwächeren Verkehrsteilnehmer - also Fußgänger und Radfahrer - werden. "Was hat es uns Stadträte zu interessieren, mit welchem Zeitvorteil ein auswärtiger Autofahrer mit dem Ziel Flughafen oder A92 durch unsere Innenstadt abkürzen kann - wenn gleichzeitig die Sicherheit der nicht motorisierten eigenen Bürger auf dem Spiel steht?", fragt sich Vogl. "Da läuft mächtig was schief!".

Im gleichen Atemzug kündigt Vogl an, nicht locker lassen zu wollen: Demnach werde die ödp noch in diesem Jahr die Ideen des Agenda-21-Arbeitskreises aufgreifen und ein detailliertes Konzept zur Verbesserung von Verbindungen und Sicherheit für die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer im Planungsausschuss zur Abstimmung vorlegen.

Nicht ganz ernst gemeint ist hingegen Helmut Prillers letzte Forderung: "Wir schlagen vor, dem Oberbürgermeister und dem Planungsreferenten ein städtisches Dienst-Fahrrad zu spendieren." Denn wer in Freising erst einmal auf's Fahrad gestiegen sei, der bekomme die gefährliche Situation relativ schnell selbst zu spüren und, so die Hoffnung der Ökodemokraten, ­der setzte sich vielleicht zukünftig mit mehr Engagement für die Interessen der Fahrradfahrer ein.

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